Röntgentiefentherapie

(syn. Röntgenschmerztherapie, Orthovolttherapie, Röntgenreizbestrahlung)

Die Röntgentiefentherapie erfolgt in unserer Praxis mit einem Bestrahlungsgerät der neuesten Generation und unter Verwendung einer computergestützten Bestrahlungsplanung zur exakten Bestimmung des Bestrahlungsfeldes, der Bestrahlungstiefe und der applizierten Dosis. Durch umfangreiche bauliche Maßnahmen nach der aktuellen Strahlenschutzverordnung ist die Sicherheit für Patientinnen und Patienten sowie Personal auf höchstem Niveau gewährleistet.

Die Röntgentiefentherapie gutartiger z. B. proliferativer Erkrankungen des Bindegewebes wie Fibromatosen oder von entzündlichen Veränderungen meist im Rahmen degenerativer Gelenkerkrankungen oder aufgrund von Autoimmunerkrankungen in Form von u. U. auch eigenständigen Synovitiden oder Enthesiopathien haben eine lange Tradition, welche bis in die 30er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts zurückreicht (von Pannewitz, G.: Die Röntgentherapie der Arthritis deformans. Klinische und experimentelle Untersuchungen. Ergebn. med. Strahlenforsch. 6, 62–126 (1933).

Das Wirkungsprinzip beruht auf mehreren Effekten wie einer Reduktion einer entzündungsbedingten Hyperämie, die Schaffung eines basischen Milieus (aus einer entzündlichen Azidose), Hemmung von Autoimmunprozessen und von entzündlichen Plasmazellproliferaten, Steigerung und Beschleunigung von Resorptionsprozessen im Rahmen entzündlicher Veränderungen.

Therapieansätze wie entzündungshemmende Medikamente, lokale Applikationen entzündungshemmender Medikamente oder physikalische Behandlungen (Reizstrom, Stoßwellentherapie etc.) oder interventionelle Ansätze wie Radiosynoviorthese haben die Orthovolttherapie als eine bewährte Behandlungstechnik etwas in den Hintergrund treten lassen, um auch aus strahlenhygienischen Gründen den Betroffenen effektive alternative Therapieansätze zu ermöglichen. Oft genug jedoch ohne erzielbaren nachhaltigen Behandlungserfolg, sodass am Ende aller ausgereizten Therapieoptionen doch eine Röntgentiefentherapie zum Einsatz kommt, die sich nach aktuellen Leitlinien in der Strahlentherapie (O. Micke, DEGRO, S2-Leitlinien, 11/2018) richtet, der die präzisen Indikationsstellung und Planung vorausgeht und deren Therapieerfolg dokumentiert wird.

Die applizierte Einzeldosis beträgt in den meisten Fällen (degenerative Skeletterkrankungen/Enthesiopathien) 1 Gy und die Gesamtdosis liegt bei zumeist 6 Einzelbestrahlungen bei 6 Gy.

Nach Therapieende erfolgt im zeitlichen Abstand von 6-8 Wochen eine Befunderhebung hinsichtlich des Behandlungserfolges und etwaiger unerwünschter Begleitveränderungen (selten mit vorübergehender Hautrötungen und Hauttrockenheit). Bei fehlendem Therapieerfolg kann nach 3-6 Monaten eine Therapiewiederholung erfolgen.

Indikationen der Röntgentiefentherapie (S2-Leitlinien 2.0, 11/18)

  • Gonarthrose
  • Koxarthrose
  • Arthrosen der kleinen Gelenke
  • Schultersyndrom (PHS)
  • Bursitiden wie Bursitis trochanterica
  • Fasciitis plantaris/Morbus Ledderhose
  • Ellenbogensyndrom/Epikondylitis
  • Morbus Dupuytren (aktives Stadium mit nodulären Veränderungen)
  • Keloid
  • Gorham Stout Syndrom
  • Induratio penis plastica
  • Heterotope Ossifikationen
  • Endokrine Orbitopathie (frühe entzündliche Phase)
  • Lymphfisteln
  • Wirbelkörperhämangiome
  • Pigmentierte villonoduläre Synovitis
  • Desmoid
  • Gynäkomastie (Prophylaxe)

Kontraindikationen der Röntgentiefentherapie

  • Offene Wachstumsfugen bei Kindern und Jugendlichen
  • Schwangerschaft
  • Bestrahlungen der LWS, der Becken-/Hüftregion bei Frauen im gebärfähigen Alter

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