ddp
München/Bremen (ddp).
Siemens hat einen Magnet-Resonanz-Tomographen entwickelt, der für stark übergewichtige Patienten bessere Diagnosemöglichkeiten eröffnet. Nach Unternehmensangaben hat das "Magnetom Espree" eine extra-weite Tunnelöffnung mit einem Durchmesser von 70 Zentimetern und arbeitet dennoch mit der gleichen Magnetfeldstärke wie herkömmliche Tomographen. Das europaweit erste Gerät dieser Art ist jetzt in Bremen in Betrieb genommen worden.
Die Untersuchung in den engen Röhren der herkömmlichen Tomographen ist für übergewichtige Menschen sehr schwierig. Sie mussten bislang auf offene Geräte ausweichen, die mit geringerer Magnetfeldstärke arbeiten und Bilder in schlechterer Qualität liefern. Ein Problem, das nach Angaben des Klinikverbundes Bremen im Klinikalltag eine große Rolle spielt, denn immerhin jeder zweite Erwachsene in Deutschland ist zu dick.
Das neue System kann aber noch mehr: Es verringert dank der so genannten Tim-Technik (Total Imaging Matrix) zugleich den Zeitaufwand für die Schichtaufnahmen, denn Ganzkörperaufnahmen werden in einer einzigen Untersuchung möglich. Das kann die Analyse von Tumoren und Metastasen, die über mehrere Körperregionen verteilt sind, sowie von Erkrankungen des Herzens erheblich erleichtern.
Aufgrund des extrem kurzen Magnetscanners können zudem Patienten stressfreier untersucht werden, die in geschlossenen Räumen Panik bekommen. Denn bei den meisten Untersuchungen kann der Kopf des Patienten außerhalb des Tunnels bleiben.
Die Magnet-Resonanz-Tomographie(MRT), auch als Kernspin-Tomographie bekannt, ist eine diagnostische Technik zur Darstellung der inneren Organe und von Gewebe mithilfe von Magnetfeldern und Radiowellen. Sie liefert sehr genaue und differenzierte Darstellungen von Körpergewebe. Schon kleine Entzündungsherde können auf diese Weise entdeckt werden.
Copyright © ddp
Wiederveröffentlichung oder Verbreitung der Inhalte dieser Seite nur mit ausdrücklicher
schriftlicher Zustimmung der Nachrichtenagentur Deutscher Depeschendienst (ddp).